Eine alte, etablierte Rose in 4 Schritten versetzen
Alte, etablierte Rosen umpflanzen ist mit einem gewissem Risiko behaftet.
Gründe für das Umsetzen gibt es aber immer wieder. Sei es dass sich der Rosenstrauch am ursprünglich geplantem Standort nicht wie erhofft entwickelt, die Farbharmonie nicht dem Wunsch entspricht, eine grundelgende Umgestaltung eines Gartenbereichs oder gar ein Umzug ansteht.
Das Umpflanzen von Rosen will aber in jedem Fall gut geplant sein. Zu groß ist die Gefahr dass diese das Versetzen an einen neuen Standort nicht übersteht.
Unser Anschauungsobjekt ist eine öfterblühende Moosrose 'Salet' die nach knapp 10 Jahren umgezogen wird. Wir haben sie Ende Oktober 2018 umgepflanzt, das Bild der Rose am Ende der Anleitung entstand am 1. September 2019.
Rosen Umpflanzen: Der richtige Zeitpunkt für das Umsetzen
Eine Rose ist vom estem Austrieb im spätem Frühjahr bis teilweise weit in den Herbst hinein im Wachstum. Ein Umsetzen während dieses recht langem Zeitraums - also vor allem im Sommer - sollte wenn möglich vermieden werden.
Wann kann man also eine Rose umpflanzen ?
Für das Verpflanzen bleibt also ein relativ kurzes Zeitfenster. Dieses öffnet sich je nach Witterung im Herbst von Mitte Oktober bis Anfang März im zeitigem Frühjahr und ist durch Bodenfrost auch noch unterbrochen.
Die beste Jahreszeit eine Rose umzupflanzen ist der späte Herbst und Frühwinter. Also die Monate am Jahresende vor der Boden gefroren ist. Dann kann sich über den Winter das Bodenbeleben rund um die Wurzel etablieren und das Wachstum im Frühjahr direkt beginnen.
1. Vorbereitung der Rose am altem Standort
Noch am bisherigem Standort in der Erde werden die Triebe der Rose vor dem Ausgraben nur so weit zurückgeschnitten dass diese transportiert werden kann.
Nach dem Schnitt empfiehlt es sich die Rose zusammenzubinden. Dadurch lässt sich diese leichter ausgraben und handhaben.
Ist der Strauch soweit vorbereitet und genügend Raum vorhanden um gefahrlos zu arbeiten wird die Rose aus der Erde gegraben.
Die Aufgabe besteht daher darin möglichst viel der Wurzeln zu erhalten und diese nicht übermäßig zu beschädigen.
Wir erinnern uns, Rosen sind Tiefwurzler. Es reicht also in einem Abstand von 30 - 50 cm um die Rose herum anzustechen. Die Rose kann dabei leicht auf die gegenüberliegende Seite geneigt werden, wenn vorhanden von einer zweiten Person.
Wenn beim setzen der senkrechten Spatenstiche um die Rose herum sehr viele ihrer Wurzeln auftauchen und in Mitleidenschaft gezogen werden graben sie zu nahe am Wurzelstock und sollten den Kreis größer fassen und vorn vorn beginnen.
Wenn der Strauch ringsherum frei steht sollte es möglich sein wenn man den ganzen Strauch kippt die Hauptwurzeln die in die Tiefe gehen zu sehen. Diese gilt es möglichst tief zu kappen. Diese oft dicken Wurzeln sollten nach Möglichkeit nicht stumpf beschädigt und nicht gerissen werden.
Mehrere beherzte Stiche mit einer scharfen Spatenschaufel von verschiedenen Seiten führen zum Ziel.
Ist die Pflanze frei kann sie zum neuem Standort transportiert werden. Wenn ein längerer Weg zurückgelegt werden muss sollte der Wurzelballen gewässert und wenn nötig verpackt oder gebunden werden.
2. Vorbereitung des neuen Standorts
Das Pflanzloch am neuem Standort sollte groß genug sein dass es die erhaltene Wurzelmasse der zu versetzenden Rose aufnehmen kann und ringsherum und nach unten genug Raum für den Boden lässt.
Wenn Sie den Standort vorbereitet haben bevor sie die alte Rose ausgegraben haben und sich herausstellt dass deren Wurzelballen größer als erwartet ist sollten sie nocheinmal zum Spaten greifen.
Wenn Sie der Meinung sind dass das neue Loch groß genug ist kann die Rose zur Kontrolle hineingestellt werden. Es sollte zu allen Seiten - auch nach unten - ausreichend Raum sein, 20 cm sind eher wenig aber wenn es nicht anderst geht ausreichend.
Achten sie dabei vor allem darauf dass sie die Rose mit der gewünschten Pflanztiefe in die Erde bekomen. Die Veredelung sollte auf keinen Fall oberhalb stehen, besser sind mehrere cm unter dem Rand des Lochs.
Den Aushub des neuen Pflanzlochs vermischen sie nun mit lockerem Pflanzsubstrat und wenn gewünscht Bodenaktivator. Das kann eine ganz schöne Menge sein, eine Schubkarre bietet sich als Mischbehälter an.
3. Die Rose wieder einpflanzen
Wenn alles soweit vorbereitet ist es soweit - die Rose kann wieder eingepflanzt werden.
Zuvor sollten sie ihre Aufmerksamkeit jedoch noch dem Wurzelwerk widmen. Die dicken Hauptwurzeln werden leicht angeschnitten, die feinen Haarwurzeln werden soweit möglich erhalten und nicht erneut geschnitten.
Auf dem Grund des Lochs füllen sie in mehreren Schritten so viel der Pflanzerde bis die gewünschte Pflanztiefe erreicht ist. Zur Kontrolle kann die Pflanze mehrmals hineingestellt und wieder herausgenommen werden.
Ist das erreicht werden die Ränder aufgefüllt, der Stock soll dabei am Ende mittig und möglichst gerade selbst stehen. Ein mehrmaliges Verdichten mit den Füßen ist möglich und ratsam. Die neue Erde soll zwar nicht zu fest, aber auch nicht zu locker sein.
4. Nacharbeiten - Rückschnitt und Wässern
Das schweisstreibende Umsetzen der Rose ist abgeschlossen und es bleiben einige wenige abschließende Arbeiten.
Wenn noch nicht geschehen schneiden Sie nun die oberirdischen Triebe zurecht. Am Ende bleibt wesentlich weniger als nach einem Frühahrsschnitt stehen - also maximal ein Drittel der Ursprünglichen Wuchshöhe. Dabei sollte nicht nur die Länge sondern auch die Anzahl der Haupttriebe - sofern genügend vorhanden sind - reduziert werden. Altes totes Holz wird auch gleich entfernt und natürlich spielt auch die Form eine Rolle. Insgsamt sollte zwar ein ausgedünntes aber harmonisches Bild entstehen.
Durch diesen recht radikalen Rückschnitt wird sichergestellt dass die Rose ihre Kräfte ersteinmal auf das Ausbilden neuer Wurzeln konzentriert. Bleiben zu viele und zu lange Triebe stehen ist die Pflanze zum Beginn der Wachstumsperiode zu sehr damit beschäftigt diese zu bedienen.
Nachdem die Wurzeln durch das Ausgraben und Kappen stark in Mitleidenschaft gezogen sind kann sie diese Aufgabe ansonsten unter Umständen nicht von Anfang an erfüllen und 'gibt auf' bzw. kümmert. Mut zum Schnitt ist in dieser Situation wirklich angesagt.
Abschließend und bei Trockenheit auch in den kommenden Tagen muss noch gut und durchdringend gewässert werden. Wir empfehlen auch gleich einen Giesrand für die weitere Standzeit auszuformen.
Wenn in naher Zukunft bereits mit Frösten gerechnet werden kann können Sie die Rose auch gleich winterfest machen und Anhäufeln und abdecken.
Rosen Umpflanzen: nach dem Versetzen
Herzlichen Glückwunsch, Ihre alte, etablierte Rose ist nun an ihrem neuem Standort und es bleibt nichts zu tun als bis zum Neuaustrieb zu warten.
Wenn Sie im Herbst verpflanzt haben ist bei längeren Trockenen Perioden und während Kahlfrösten ein gelegentliches Wässern empfehlenswert.
Bei einsetzendem Neuaustrieb steht eine erste Kontrolle an. Dieser kann nach dem Umsetzen etwas späer als gewohnt erfolgen und ein nervenaufreibendes Warten mit sich ziehen. Sind einzelne oder mehrere Triebe zurückgefroren scheniden Sie diese natürlich bis in das gesunde Holz zurück.
Wenn die Rose wider Erwarten selbst im Mai noch nicht austreibt sollten Sie mit einer Schere oder einem Messer kontrollieren ob die Triebe innen noch grün oder komplett vertrocknet sind. Sind sie trocken schneiden sie schrittweise soweit zurück bis sich wieder Leben zeigt - wenn es sein muss auch bodeneben. Anschließend dauerhaft gut wässern, die Chancen stehen selbst wenn nichtmehr viel übrig ist gut dass aus der Veredelung oder im Boden befindlichen Trieben noch Augen treiben. Falls Sie doch eine Rose die noch im Wachstum steht umgeppflanzt haben und diese nach wenigen Tagen die Blätter hängen lässt: Das ist zu einem gewissen Grad normal, Sie sollten sicherstellen sie genug Wasser hat und eventuel weiter einkürzen.
Wir wünschen 'Gutes Gelingen', starke Nerven und ein so perfektes Ergebniss wie bei unserer Rose rechts,
Ihre Fam. Schmid