Rosen selbst vermehren - so geht's
Rosen selbst vermehren ist nicht schwer
Bei vielen Freunden von Rosen kommt früher oder später der Wunsch auf die Königin der Blumen selbst zu vermehren. Die Gründe dafür sind vielseitig, nicht selten gibt es keine andere Möglichkeit an ein Exemplar einer Sorte die bei Freunden / Bekannten oder Nachbarn seit vielen Jahren wächst zu kommen. Manchmal wird auch ein 'Backup' einer eigenne, sehr seltenen oder nicht mehr angebotenen Rose gewünscht.
Professionell, in Rosenschulen werden Rosen so gut wie immer Okuliert, das heist veredelt. Für den Hobygärtner ist das meist zu aufwändig, und es gibt einfachere Wege die mit weniger Aufwand zum Ziel führen. Auch wenn Sie bei uns sehr viele verschiedene Rosen kaufen können verraten wir Ihnen diese gerne. Im wesentlichem gibt es diese vier Möglichkeiten der Rosenvermehrung:
Rosen durch Stecklinge vermehren
Fas alle Pflanzen lassen sich auch Rosen durch Stecklinge vermehren. Je nach Sorte wurzeln diese unterschiedlich gut und schnell an. Vor allem Bodendecker Rosen und Kartoffelrosen (Rugosa) werden auch professionell über Stecklinge vermehrt. Diese Art der Vermehrung ist vegetativ, es entstehen neue Pflanzen der selben Sorte die die selben Eigenschaften wie diese haben. Eine als Steckling gezogene Rose bezeichnet man als wurzelecht.
Was Sie dazu brauchen:
- eine Rosenpflanze mit gut ausgereiften, vorjährigen Trieben
- Anzuchterde, nach Möglichkeit steril
- eine Schale, Töpfe oder einen vorbereiteten Platz im Garten oder Gewächshaus
- wenn möglich eine Abdeckung oder ein kleiner Folientunnel
- eine scharfe Rosenscheere
- Wasser, ein Glas oder mehrere Gläser
- optional Bewurzelungspulver / Bewurzelungshormone
- 6 -8 Wochen Geduld
Der Richtige Zeitpunkt für Rosenstecklinge
Den besten Erfolg mit Stecklingen haben Sie im Frühsommer, wenn die Rosen das erste mal blühen oder gerade fertig geblüht haben. Aber auch später im Jahr ist es einen Versuch wert.
Die Aussaaterde vorbereiten
Bevor die Rosenstecklinge geschnitten werden soltlen Sie die Aussaaterde in der Schale, den Töpfen oder dem schattigem Ort im Garten in den sie gesteckt werden ausbringen. Diese sollte eine gleichmäßige Tiefe von ca. 8 cm oder mehr haben und leicht angedrückt werden.
So wird der Rosensteckling geschnitten und entblättert
Ein Steckling sollte in etwa die Länge eines Bleistifts haben und sowohl oben und unten einie Millimeter über einer Blattachsel überstehen. Bei den Frisch geschnittenen Stecklingen werden nun alle Blätter bis auf die obersten entfernt. Anschliesend werden die frisch geschnittenen Stecklinge in Wasser gestellt. Wenn Sie von mehreren Rosensorten Stecklinge machen sollten diese jetzt etikettiert oder separat voneinander gehandhabt werden.
Die Stecklinge in die Aussaaterde setzen
Die frisch geschnittenen Stecklinge werden nun nacheinander, sortenweise in die Aussaaterde gesteckt. Sie sollten sich dabei nicht berühren und so tief sitzen dass die oberen Blätter wenige cm über der Erde stehen. Danach wird die Erde mit einer Sprühflasche befeuchtet. Wenn die Stecklinge nicht in einem Gewächshaus stehen und Sie die Möglichkeit haben eine Plasikhaube, einen Folientunnel oder eine ähnliche Abdeckung anzubringen sollten Sie dies tun.
Bis die Rosenstecklinge angewurzelt haben
Die folgenden Wochen müssen Sie nun lediglich sicherstellen dass die Stecklinge feucht genug sind und eine ausreichend Luftzirkulation haben. Abesehen davon sollten Sie diese in Ruhe lassen, und nicht daran ziehen oder wackeln. Das könnte die entstehenden feinen Haarwurzeln schädigen und den Erfolg der Stecklingsvermehrung gefährden.
Die bewurzelten Stecklinge vereinzeln
Nach 6 - 8 Wochen sollten Ihre Stecklinge aus den Blattachseln neuen Austrieb zeigen. Das ist der richtige Zeitpunkt sie aus der Anzuchterde heraus zu nehmen. Die kleinen Mini-Rosen sollten, nachdem sie vorsichtig herausgenommen werden bereits gut strukturiert bewurzelt sein. Nun kommen sie in kleine Töpfe oder gleich an den endgültigen Standort und werden dort einzeln weiter versorgt. Neben einer guten Versorgung mit Wasser sollten sie im ersten Jahr abgeschattet und vor Wind geschützt stehen.
Rosen veredeln
Kann man Rosen mit einer Kartoffel vermehren ?
Kann man eine abgeschnittene Rose einpfanzen ?
Eine, zum Beispiel aus einem Blumestraus abgeschnittene Rose kann man einpflanzen und versuchen dass sie anwurzelt. Dazu sollte die Blüte oder Knospe knapp oberhalb eines Blatts abgeschnitten werden, das weitere Vorgehen ist wie beim vermehren von Rosen über einen Steckling.
Was sind wurzelechte Rosen ?
Wurzelechte Rosen sind Rosen bei denen die Wurzel von der selben Sorte wie der Rest der Pflanze ist. Diese sind entweder als Steckling, Steckholz, Absenker oder durch Aussaat vermehrt worden. Im Gegensatz zu veredelten Rosen wurde also keine Wildrosenunterlage genutzt um eine Pflanze der gewünschten Sorte zu erhalten. An Wurzelechten Rosen können sich somit auch keine Wildtriebe bilden.
Wurzelecht vermehrte Rosen verursachen im Garten durch ihren in die Breite fast ungehemmten Wuchs oft Probleme. Dieser ergibt sich vor allem durch sehr viele Wurzelausläufer die oft nur noch schwer zu kontrollieren sind. Rosa rugosa wird wegen diesem Verhalten sogar als invasive Art bezeichnet. Weil das im öffentlichem Grün und auf flächigen Pflanzungen gewünscht ist werden vor allem Bodendeckerrosen und gerne für Ausgleichsflächen genutzte Sorten sehr günstig über Stecklinge wurzelecht vermehrt.
Im Hausgarten empfehlen wir nach wie vor verdelten Rosen den Vorzug zu geben. Diese bilden nicht so schnell wurzelausläufer und lassen sich generell besser unter Kontrolle halten als eine wurzelechte Rose.
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