Rosen - FAQ
Was sind Historische Rosen ?
Historische Rosen sind sehr knapp gesagt Rosensorten deren Klasse vor 1867 existiert hat. Sie müssen also nicht unbedingt älter sein, aber die wesentlichen Merkmale dieser aufweisen.
Welche Rosenklassen dazu gehören und eine Liste der lohnendsten alten Rosensorten finden Sie hier
Warum das Jahr 1867 ?
In diesem Jahr gelang dem französischem Züchter Guillot wohl mehr zufällig die Kreuzung einer Teerose mit einer Remontantrose. Mit dieser 'La France' getauften Sorte war die erste Teehybride entstanden.
Was ersteinmal wenig spektakulär klingt stellt dennoch einen Wendepunkt in der Geschichte der Rosen dar.
In diesem Züchtungserfolg vereinte sich erstmals die Eigenschaft ohne Unterbrechung zu Blühen, die hoch gebauten, eleganten Blüten und der kompakte Wuchs der Teerosen mit der guten Frosthärte damals bekannter Rosen.
Diese neue Rose markerite den Anfang für den fortan unaufhaltbaren Siegeszug einer neuen Rosenklasse - der Edelrosen. In der Folge entstanden durch das Einkreuzen von R. foetida auch die ersten öfterblühenden, anfangs noch krankheitsanfälligen gelben Rosen (Pernetianas, nach dem Züchter Pernet).
Wieviele Rosensorten gibt es ?
Die genaue Anzahl lässt sich nicht bestimmen, es wird aber davon ausgegangen dass es weltweit mehr als 30.000 verschiedene Rosensorten gibt. Davon dürften in etwa 6.000 im Handel erhältlich sein.
Diese Zahl dürfte sich durch ständig neu hinzukommende aber auch verlorengehende Sorten ständig etwas verändern.
Haben alle Rosen einen guten Duft ?
Nein, nicht alle Rosen duften. Eine gar nicht so kleine Anzahl Rosen hat garkeinen oder einen nur schwach wahrnembaren Duft.
Neben den Rosen ohne Duft gibt es auch welche die nicht gerade angenehm riechen, wie z.B. 'R. foetida bicolor' die leicht nach Wanzen riecht.
Wie schnell wächst eine Rose ?
Die Wuchsgeschwindigkeit von Rosen ist sehr unterschiedlich und hängt im Wesentlichem mit der Größe die diese ausgewachsen erreicht zusammen. Eine allgemeine Aussage lässt sich daher nicht treffen.
Generell wird aber davon ausgegangen dass Rosen nach 3-4 Jahren voll etabliert sind und ihre endgültige Größe erreichen.
Wie Tief gehen die Wurzeln einer Rose in die Erde ?
Generell sind Rosen Tiefwurzler, die Wurzeltiefe einer Rose ist jedoch stark von der Größe der ausgewachsenen Pflanze abhängig.
Je größer diese wird desto weiter reichen die Wurzeln in's Erdreich. Bei einer Strauchrose mit einem Wuchs von ca. 120cm ist mit mindestens einem Meter unter dem Erdreich zu rechnen, es gibt aber auch Berichte von mehr als 6m langen Rosenwurzeln.
Brauchen Rosen immer volle Sonne oder wachsen sie auch im Schatten ?
Rosen sind Sonnenkinder und lieben Wärme und Licht. Es gibt aber auch viele Rosen die an nicht zu stark besonnten Standorten gedeihen.
Wenn sie schattig stehen wachsen sie in der Regel etwas langsamer, blühen etwas später und nicht ganz so reich.
Ausschlaggebend ist dabei nicht unbedigt die Dauer der direkten Sonneneinstrahlung sondern der Lichteinfall. Dieser lässt sich gut über den am Standort sichtbaren Himmelsausschnitt beurteilen. Bei Sorten die höher werden sollte auch der Lichteinfall im Bereich in dem sich die ausgewachsene Rose bewegen wird bedacht werden. In einer Baumkrone oder oben auf einem Rosenbogen ist dieser in der Regel größer als am Fuß wo gepflanzt wird.
Einige dunkle Rosensorten sollten besser im Halbschatten gepflanzt werden. Bei manchen verbrennen die Blüten sehr schnell, andere verblassen oder zeigen einen nicht gewünschten Pink-Stich.
Viele größere Rambler und Kletterrosen kommen sehr gut mit Schattigen Plätzen im Garten oder gar an einer Nordseite zurecht.
Haben Rosen Dornen oder Stacheln, und gibt es Rosensorten ohne ?
Auch wenn jeder das Märchen 'Dornröschen' kennt haben Rosen botanisch gesehen Stacheln und keine Dornen.
Diese sind sowohl in der Anzahl als auch Ausprägung sehr unterschiedlich. Von relativ wenigen, großen, sehr harten Hakenförmigen bis hin zu sehr vielen nur wenige Millimeter langen, weichen Stacheln und auch kaum oder garnicht bewehrten Rosensorten ist alles vertreten.
Welches ist die älteste Rose ?
Die Frage nach der ältsten Rose lässt sich nicht beantworten. Wie andere Pflanzen auch entstanden Rosen im Lauf der Jahrmillionen, welche Sorte oder Art sich als erstes ausbildete wird sich nicht herausfinden lassen.
Erstmals erwähnt wurden Rosen im Jahr 1600 a.D., fortan hatten sie in allen folgende Hochkulturen ihren Platz. Um 450 a.D. wurde von Herodot eine 6-Blättrige Rose beschrieben. Den Namen 'Königin der Blumen' erhilten sie auch schon etwas früher, im Jahr 600 a.D. von der griechischen Dichterin Sappho. Und auch die illustre Gesellschaft der Römer vergnügte sich lange Zeit mit ihnen. Vermutlich waren das vor allem R. gallica, R. alba und die gewöhnliche Hundsrose (R. canina).
Bis weit ins Mittelalter hinein waren wohl vor allem botanische Formen und Wildarten geläufig. Die Ursprünge der Rosenzüchtung, die lange Zeit nach dem Zufallsprinzip erfolgte düften im 17. Jhd. liegen. Zu dieser Zeit entstanden in den Niederlanden aus R. damascena (einem Mitbringsel der Kreuzritter) mit Wildrosen die Klasse der stark gefüllten Zentifolien und in Folge auch die bemooste Variante die wir heute als Moosrosen kennen.
Als erste bekannte Rosensorte wird oft R. alba 'Maxima' gennant, die nachweislich bereits vor 1500 unter diesem Namen bekannt war. Aber auch einige Sorten aus R. gallica sind schon sehr lange bekannt.
Welche Blütenfarben gibt es bei Rosen ?
Rosen blühen in weiß, rosa, rot und gelb sowie allen erdenklichen Kombinationen und Mischungen. Rein blaue Rosen gibt es nicht, die Sorten die als solche bezeichnet werden sind meist flieder- oder mauvefarben und aus Selektion aus den Rosatönen entstanden. Brauntöne kommen über Mischfarben aus Rot und Rosa zustande.
Die ursprünglichen Rosen blühten in weiß und unterschiedlich intensivem Rosa. Mit R. chinensis kam Rot hinzu, die Teerosen brachten zartes Apricot in das Portfolio. Gelbe Rosen gehen auf R. foetida zurück.
Wann ist die beste Pflanzzeit für Rosen ?
Im Topf gekaufte Rosen können ganzjährig gepflanzt werden.
Rosen ohne Erde an den Wurzeln (wurzelnackte Rosen) werden vom Ende der Wachstumsphase im Oktober bis in das späte Frühajhr gepflanzt. Die beste Pflanzzeit für diese ist im Herbst, wenn der Boden vom Sommer noch gut temperiert ist.
Was ist ein Sport ?
Als 'Sport' bezeichnet man bei Rosen eine durch natürliche Mutation entstandene neue Rosensorte. Diese unterscheidet sich meist nur in einer Eigenschaft von der ursprünglichen Rose. Stellen sich diese als wertvoll heraus werden sie als eigenständige Sorte in den Handel gebracht.
Sehr häufig ist das die Farbe, Winchester Cathedral ist z.B. die weiße Form von Mary Rose. Diese Farbmutationen schlagen teilweise auch in die Elternsorte zurück, sowohl in ganzen Blüten als auch nur Teilen davon. Die Elternsorte lässt sich manchmal - aber nicht immer - aus dem Namen entnehmen, wie z.B. bei Red Eden Rose oder Red New Dawn.
Viele Kletterrosen sind stärkere wachsende Sports der Strauchform. Diesen wurde im Namen lange Zeit ein Clg. oder Climbing vorangestellt. Bekannte Beispiele sind Clg. Souvenir de la Malmaison, Clg. Iceberg oder Clg. Mme. Caroline Testout.
Was bedeutet Remontieren ?
Als Remontieren bezeichnet man die Fähigkeit neben der Hauptblüte ein weiteres mal zu blühen.
Diese Nachblüte kann in ihrer Intensität sehr stark schwanken, von vereinzelten Blüten im Spätsommer den z.B. manche Moosrosen oder Rambler zeigen bis zu einem voll ausgeprägtem zweitem Blütenflor wie er bei Remontantrosen auftritt ist alles vertreten.
Öfterblühend oder gar Dauerblühend bedeutet hingegen dass die Rose nach der Hauptblüte im Frühsommer in mehrere weitere Blütephasen geht. Bei öfterblühenden Sorten können sind diese durch wenige Wochen andauernde Pausen unterbochen sein. Dauerblühende Rosen bringen ununterbrochen neue Blüten.
Was ist eine Hagebutte ?
Hagebutten sind sozusagen der Apfel der Rosen - also ihre Früchte. Sie bilden sich nach der Blüte aus sofern diese nicht entfernt werden um beispielsweise eine Nachblüte zu fördern.
Vor allem einmalblühende Strauchrosen und Rambler setzen im Herbst dekorative Hagebutten, letzere in großer Anzahl in Büscheln. Bei einem Rückschnitt ode dem Ausputzen nach der Blüte sollte diese bedacht werden.
In der Küche werden Hagebutten wegen ihres hohen Gehalts an Vitamin-C geschätzt, und auch der bekannte Tee wird aus den Früchten von Wildrosen hergestellt.
Daneben sind Habebutten vor allem in der Rosenzucht untentbehrlich. Sie beinhalten die Rosensamen (Nüsschen) aus denen nach der Aussaat neue Rosensorten mit abweichenden Eigenschaften wachsen können.