Clematis im Kübel
Clematis / Waldreben fühlen sich eigentlich frei gepflanzt am wohlsten - schließlich handelt es sich um Kletterpflanzen. Dem Balkon- und Dachterrassen-Gärtner kommt aber entgegen dass die Waldreben eine unglaublich vielseitige Gruppe ist unter der auch viele Sorten in einem Pflanzgefäß gedeihen.
1. Die richtige Sorte für den Kübel
Grundsätzlich würden sich - einen entsprechenden Kübel vorausgesetz - alle Clematis Sorten darin wohlfühlen. Realistisch gesehen sind dies aber vor allem staudig wachsende Waldreben, mehr strauchig-buschig als kletternd wachsende Hybriden und die auch im Kübel üppig blühenden italienischen Waldreben (Cl. viticella). Die Haltung einer Berg-Waldrebe im Topf würde schon eine größere Herausforderung darstellen, sowohl an das Gefäß selbst als auch bei der Pflege und dem Winterschutz.
Damit stehen ihnen mehrere zig Sorten für den Kübel zur Auswahl, bei denen die wir als besonders geeignet sehen haben wir entsprechende Informationen in der Sortenbeschreibung hinterlegt. Grundsätzlich macht aber nur Versuch klug, aber bitte wählen Sie nicht unbedingt die größten Sorten aus den jeweiligen Gruppe ohne einen guten Grund - das wäre z.B. ein extrem großer Topf - zu haben.
2. Den passenden Kübel finden
Der Kübel muss groß genug sein, sowohl für die gewählte Sorte als auch die Anzahl - falls sie mehrere Clematis zusammen pflanzen möchten.
Bei Waldreben kommt es nicht so sehr auf die Form des Topfes an, die passende Topfgröße finden Sie anhand des Volumens, 20L sollten es mindestens sein. Für nicht so stark wachsende Staudenclematis sind auch kleinere Töpfe mit weniger Erdvolumen möglich.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Wasserablauf. Clematis hassen Staunässe und quittieren diese mit vermindertem Wachstum, plötzlichem welk werden und anderen unschönen Gesten. Der Kübel sollte also über ausreichend große Löcher zum Ablauf verfügen. Über diese kommt eine Drainageschicht aus Steinen, Kieseln, Tonscherben oder ähnlichem.
3. Mehrere Clematis im selbem Topf
Reizvolle Kombinationen mit mehreren Clematis oder auch Clematis und Rosen sind möglich. Ist eine Rose mit von der Partie muss der Pflanzkübel zusätzlich eine angemessene Höhe haben.
Ansonsten können Sie in etwa 10L je Clematis-Pflanze als grobe Orientierung nutzen.
4. Rankhilfen für Clematis im Kübel
Abgesehen von niedrig wachsenden, selbst tragenden Staudenclematis muss sich die Pflanze auch im Kübel irgendwo stützen können.
Die eine Möglichkeit besteht darin vorhandene Strukturen außerhalb des Kübels zu nutzen. Das können Zäume, Mauern, vorhandene Wandgitter oder andere Pflanzen sein. Der Kpbel wird in diesem Fall einfach an einer passenden Stelle platziert.
Freistehend muss eine Rankhilfe mit im Kübel gesetzt werden. Die einfachste Möglichkeit ist es eine Pyramide aus drei Bambusstangen mit in der Erde zu verankern. Aber auch kleinere Obeliskenartige Strukturen aus Metall können - sofern sie in den Kübel passen - darin befestigt werden.
Kreative Gärtner mit handwerklichem Geschick haben hier schon die ertaunlichsten Kreationen hervorgebracht - wenn Sie eine solche kennen freuen wir uns über eine E-Mail mit Bild.
Wichtig ist in jedem Fall dass die Stütze stabil genug für den zu erwartenden Wuchs der Clematis und eventuell weiterer daran wachsender Kletterpflanzen ist - auch unter Last während einem Sommergewitter oder nach starken Regenfällen.
4. Die Waldrebe im Kübel überwintern
Anderst als im Beet gepflanzt sind Pflanzen in Töpfen im Winter stärkeren Belastungen ausgesetzt. Die Erde im Topf friert schneller, was dazu führt dass unter Umständen das komplette Wurzelwerk sehr kalten Temperaturen ausgesetzt ist.
Ein sinnvoller Winterschutz kann daraus bestehen diesen mit einem ausreichendem Luftpolster einzupacken. Oft wird der Topf auch auf eine Styroporplatte gestellt womit die Kälte von unten nicht so gut eindringen kann.
Eine weitere Maßnahme besteht darin den Standort des Kübels über die Wintermonate zu verändern. Dabei gilte es die Kombination aus Sonne, Kälte und womöglich Wind (=Kahlfrost) zu vermeiden. Gartenschuppen, geschützte Hausecken, ungeheizte Garagen oder einfach nur geschützte Ecken im Garten oder auf der Terasse bieten sich über die kalte Jahreszeit an.
Wenn es nicht möglich ist den Kübel samt Clematis im Winter an einen anderen Ort zu stellen kann man auch abschatten, beispielsweise mit Vlies, Bambusmatten oder ähnlichem.
Während sehr langer, trockener und gleichzeitig kalter Perioden (Ostwetterlage mit klirrender Kälte) sollten Sie hin- und wieder auch einmal etwas gießen - selbst wenn die Erde gefroren ist.
5. Für ausreichend Nährstoffe sorgen
Gerade wenn eine Pflanze weil sie in einem geschlossenem Gefäß sitzt nicht über verhältnissmäßig viele Nährstoffressourcen aus dem freiem Erdreich verfügt kommt der Düngung der Kübelclematis ein besonderer Stellenwert zu.
6. Die Feuchtigkeit im Blick behalten
Wegen des begrenzten Erdvolumens im Topf werden Sie öfter als im restlichem Garten gießen müssen. Halten Sie daher ihre Clematis auf Balkon und Terasse im Blick, mangelnde Wasserversorgung signalisieren diese sehr schnell über etwas schlapp wirkende Blätter und Blüten.
Über den Somnmerurlaub sollte sich jemand für Ihre Pflanzen zuständig fühlen - auch wenn Sie diese Aufgabe an einen Bewässerungscomputer delegiert haben.
Zu viel Feuchtigkeit mögen Clematis nicht, stehende Nässe gilt es zu vermeiden. Das Funktionieren des Wasserablaufs sollte daher regelmäßig, spätestens aber wenn Probleme sichtbar werden, überprüft werden.
7. Die Clematis in den Kübel setzen
Wie die Clematis eintopfen und was sie dabei beachten müssen erfahren Sie hier.
8. Schnitt im Kübel
Hier gibt es keine Unterschiede zu frei gepflanzten Clematis. Auf einer separaten Seite finden Sie wie Clematis geschnitten werden. Frühblühende Hybriden profitieren allerdings in dieser Situation besondes von einem Sommerschnitt der die zweite Blüteperiode fördert.
9. Tapetenwechsel
Nach mehreren Jahren im selbem Gefäß, oder wenn die Clematis beginnt nichtmehr zu wachsen oder zu blühen ist es ratsam die Situation zu überdenken.
Wirklich Wunder wirkt ein kompletter Austausch des Pflanzsubstrats im Herbst - oder jedenfalls außerhalb der Wachstums- und Blütezeiten. Dabei werden die Clematiswurzeln fast vollständig von der alten Erde befreit und scharf angeschnitten und um ca. 1/4 eingekürzt.
Manchmal mögen Waldreben auch einfach den Standort nicht. Dabei haben Sie mit beweglichen Gefäßen Glück, und können dieses einfach einmal 'um die Ecke' stellen. Manchmal reichen veränderte Lichtverhältnisse und ein geringfügig anderes Mikroklima schon aus damit aus einer kümmernden Kübelpflanze eine wahre Augenweide wird.
Ein weiteres Problem kann sein dass sich die gewählte Sorte doch nicht so gut wie erhofft für die dauerhafte Haltung im Topf eignet. In dem Fall hilft es eigentlich nur die Clematis in die Freiheit zu entlassen und im eigenem Garten oder bei Freunden nach einem passendem Standort aussschau zu halten.
Tip: Der Kübel muss keine Dauerhafte Lösung sein. Gewiefte Gärtner nutzen die Kpbelhaltung auch bewussst als Zwischenstation um den optimalen Standort für die Freipflanzung zu finden. Dabei kann der Kübel auch bis zum Rand eingegraben werden, was den Pflegeaufwand niedrig hält aber doch ein gewisses Maß an Mobilität auch während der Blüte erhält.
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