Der richtige Standort für Clematis

Im Idealfall noch vor der Anschaffung einer Waldrebe steht die Frage nach dem Standort. Falls der Standort feststeht stellt sich die Frage welche der zahlreichen Sorten an diesem wohl gedeihen könnte.

Aber auch wenn Sie auf einem Pflanzenmarkt, in der Gärtnerei oder einer anderen Gelegenheit nicht widerstehen konnten sollten Sie sich zumindest vor dem Einpflanzen der Clematis überlegen wo dies geschehen soll.

Was ist er also, der perfekte Platz für die Clematis im Garten ? 

Pauschal lässt sich diese Frage leider nicht beantworten, da die verschiedenen botanischen Gruppen ganz unterschiedliche Ansprüche stellen. Allen gemein sind aber folgende Punkte:

  • Staunässe vermeiden, Waldreben hassen es feucht zu stehen
  • Hitze am Fuß bzw. im Wurzelbereich vermeiden, im Zweifel abschatten
  • eine gute Durchlüftung schadet nie

Eine weitere, nicht von der Hand zu weisende Konstante bei der Standortwahl sind die zu erwartenden Dimensionen dieser Kletterpflanzen - also der Platzbedarf.
Hinterfragen Sie dafür doch kritisch ob die in den Sortenbeschreibungen angegebenen Wuchshöhen wirklich an ihrem Wunschort abgedeckt sind - und messen Sie im Zweifel nach. All zu oft entscheidet man sich für eine zu stark wachsende Sorte und steht wenige Jahre später vor 'einem Problem'. Ist Ihr Apflebaum in den die Montana wachsen soll wirklich 7m hoch ? 

Da sind wir auch schon bei der nächsten Anforderung an den Clematis-Standort angekommen - der Stütze.
Die wenigstens Waldreben stehen frei, so gut wie alle wollen entweder in eine andere Pflanze wachsen oder an einer künstlichen Rankhilfe emporklettern. Diese gibt natürlich sowohl was die Lichtverhältnisse als auch die physischen Dimensionen angeht Grenzen vor. Unser Tip: respektieren Sie diese bei der Wahl der Clematis oder der Suche nach einem Standort für eine bereits gekaufte Pflanze. 

Ist also geklärt dass die Clematis an den Ort 'passt' wäre unter anderem noch die Exposition zu klären, und hier gibt es in der großen Clematis-Familie artenspezifische Unterschiede. Diese muss man nicht unbedingt als Einschränkung sehen, sondern vielmehr als Chance auch an einem schwierigem Platz mit entsprechendem Wissen eine Sorte die diesen toleriert finden zu können.

Grob gesehen kann man die Anforderungen an den Standard auf die botanischen Gruppen in etwa so ausdrücken: 

Frühblühende Wildarten aus der Atragene-Gruppe tolerieren schattige und halbschattige Standorte sehr gut, wobei speziell Clematis Alpina und verwandte keine volle Sonne mögen.

Berg-Waldreben (Cl. montana) hassen nasse Füße noch mehr als andere Arten, tolerieren sowohl Sonne als auch Halbschatten und wachsen in der Regel auch aus schattiggen Standorten so hoch dass sie zumindest teilweise in der Sonne sind. Bei diesen sollten sie auch Standorte in Senken, in denen sich im Winter kalte Luft, die ja bekanntlich nach unten 'fällt' ansammelt tunlichst meiden.

Den italienischen Waldreben / viticella's ist ziemlich egal wo sie gepflanzt werden, einige Sorten tolerieren auch sehr schattige Nordseiten, vollsonnig fahren viele zur Höchstform auf.

Die prächtigen, großblumigen Hybriden fühlen sich im Allgemeinem an sonnigen bis halbschattigen Orten im Garten wohl. Einige neigen in der Sonne aber dazu ihre Farbe - um die es ja hauptsächlich geht - recht schnell zu verlieren und werden schnell etwas blaß. Darüber ob die Clematiswelke nun mit dem Standort, speziell dem (nicht vorhandenem) Abfluss von Wasser zu tun hat oder nicht streitet man sich noch, nass stehen wollen sie aber auch nicht unbedingt.

Die gelben Goldwaldreben aus der Tangutica-Gruppe stehen ebenfalls gerne vollsonnig bis halbschattig, und eher trocken als feucht.

Die meisten krautig wachsenden Staudenclematis sowie die Texas-Waldreben vertragen sowohl volle Sonne als auch schattigere Orte. Besonderer Tip: unter ersteren finden sich viele Sorten die sich geradezu anbieten den Fuß einer anderen Pflanze abzuschatten.

Heimische Waldreben (Cl. vitalba) sind so wuchsfreudig dass ihnen auch eine reine Nordseite gerade recht kommt solange die Nährstoffversorgung stimmt und der Fuß nicht in der prallen Sonne steht.

 

 


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