Rosen schneiden - der richtige Schnitt von Strauchrosen für eine reiche Blüte und ansehnliche Form

Rosen benötigen einen Rückschnitt (wie alle Gehölze) damit sie zu buschigen, ansehnlichen Sträuchern heranzuwachsen. 

In dieser Anleitung erklären wir wann und wie weit Sie Strauchrosen schneiden sollten.

Da der richtige Schnitt bei den einzelnen Rosenklassen abweicht unterscheiden wir zwischen öfterblühenden Strauchrosen und einmalblühenden Strauchrosen.
Kletterrosen und Rambler werden abweichend geschnitten, und sind daher auf dieser Seite ausgeklammert.

Meist ist es mit einem einmaligem Rückschnitt im Jahr nicht getan, neben dem Frühjahrsschnitt ist auch der Sommerschnitt bei Rosen eine wichtige Pflegmaßnahme.

An Werkzeug sollten Sie über folgendes verfügen:

- eine ergonomische Rosenschere
- eine stärkere Astschere 
- Gartenhandschuhe

Frühjahrsschnitt von Rosen

Der Rückschnitt im Frühjahr ist sowohl der wichtigste als auch radikalste im Rosenjahr. 

Zeitpunkt:
Der richtige Zeitpunkt wann Sie Ihre Rosen im Frühjahr schneiden ist vor oder kurz nach dem Einsetzen der Wachstumsphase.

Ein guter Indikator ist das Einsetzen der Forsythienblüte und das leichte Anschwellen der über den Winter schlafenden Augen der Rosen.

Deshalb sollten Sie schneiden:
Die Strauchrose soll sich stärker verzweigen, eine ansehnliche Form entwickeln bzw. behalten und im unteren Bereich nicht verkahlen.

Natürlich ist jetzt auch der Zeitpunkt über den Winter erforene Teile und eventuell noch vorhandene Hagebutten zu entfernen.
Neben dem Rückschnitt, der den frischen Austrieb anregt wird die Rose also auch ausgeputzt.

Wenn Sie schon dabei sind:
Gleichzeitig sollten sie altes Laub vom Vorjahr vom Boden entfernen um zu verhindern dass darin enthaltene Pilzsporen frühzeitig auf den anstehenden frischen Austrieb übergehen.
Die Startdüngung im Frühjahr können Sie zusammen mit den Schnittarbeiten vorhnehmen - auch bei einmalblühenden Sorten.
Wenn Ihre Rosen vom Winterschutz noch angehäufelt sind häufeln Sie doch gleich (vor dem Schnitt) ab.
Die Neupflanzung von wurzelnackten Rosen und Containerrosen oder das Ersetzen von im Winter erfrorenen Exemplaren ist jetzt ebenfalls möglich.

Was Sie (noch) nicht machen sollten:
Die vorbeugende Behandlung gegen Pilzkrankheiten und Schädlinge macht zum jetztigem Zeitpunkt, also vor dem bgeinnendem Austrieb, keinen Sinn.
Umpflanzen oder Umsetzen von Rosen ist im Frühjahr nicht zu empfehlen, die bessere Zeit ist der Herbst. 

Öfterblühende Rosen im Früjhahr schneiden

Vor allem Beetrosen, Kleinstrauchrosen, Teehybriden und im Vorjahr gepflanzte Rosen werden auf 30-50cm über dem Boden gekürzt.

Für größer werdende Park- und Strauchrosen die bereits einen schönen Formwuchs haben wird der Schnitt höher angesetzt, es wird nur in etwa 1/3 von oben eingekürzt.

Allgemiein ist es am besten nach Gefühl zu schneiden. Stellen Sie sich vor was passieren wird wenn die zwei nächsten Augen unterhalb des Schnittes austreiben.
Dabei sollten Sie natürlich je nach Rose Ihre Erfahrungswerte was den zu erwartenden Zuwachs im beginnendem Gartenjahr angeht berücksichtigen. 
Über die Jahre bekommen Sie so ein Gefühl dafür welche Ihrer Rosen wie stark zurückgeschnitten werden sollte.

Rückschnitt von einmalblühenden Rosen im Frühjahr

Einmalblühende Sorten blühen hauptsächlich am altem Holz, also dem Austrieb aus dem Vorjahr.

Sie können sich sicherlich vorstellen was passiert wenn man sie im Frühjahr wie eben beschrieben einkürzt:
Es würden nur noch sehr wenige Blüten an den nicht geschnittenen Trieben bleiben. 

Der Hauptschnitt findet also nach der Blüte im Sommer statt - es sei denn sie wollen bzw. müssen verjüngen.

Verjüngungsschnitt an Rosen die unten verkahlen

Jeder kennt das traurige Bild: der einst prächtige Rosenstrauch verliert über die Jahre mehr und mehr an Blütenreichtum und wird im unterem Bereich unansehnlicher - die Rose vergreist.

Einer der Hauptgründe dafür ist, sofern es sich nicht um eine vollständig ungepflegte Rose der wieder neues Leben eingehaucht werden soll handelt falscher oder fehlender Rosenschnitt.

Was hilft ist eine Verjüngung, also ein nahezug vollständiger Neuaufbau von der Basis. Die Rose wird, was ihren oberirdischen Wuchs angeht quasi 'resetted'.

Im wesentlichem besteht dieser aus einem radikalem, fast schon brutalem Frühjahrsschnitt der weit in die starken, verholzten mehrjährigen Triebe geht. Die Rückschnitthöhe ist dabei je nach Größe der Rose zwischen 20 und 50cm über der Veredelung anzusetzen, auf jeden Fall aber im unterem Drittel des Strauchs.

Bei öfterblühenden Strauchrosen sind die Auswirkungen - abgeshen von den verringerten Dimensionen der Rose - moderat. Der Blütenreichtung kann im ersten Jahr etwas schwächer ausfallen, dafür aber wieder dort wo Sie ihn erwarten. 

Für einmalblühende Rosen kann der Preis allerdings recht hoch ausfallen. Da durch den starken Rückschnitt das vorjährige Holz nahezu komplett entfernt wird ist davon auszugehen dass im Jahr des Rückschnitts keine Blüten ausgebildet werden. In den Folgejahren werden auch diese ihnen - richtigen Schnitt vorausgesetzt - dies aber mit Sicherheit danken. Mutige Rosengärtner/innen verjüngen daher nicht remontierende Rosen schon auch mal nach der Blüte im Sommer, gehen dabei aber das Risiko ein dass die Rose entweder garnichtmehr austreibt oder im kommendem Winter etwas stärker zurückfriert weil der neue Zuwachs nicht ausreichend ausgereift war.

Je nach Zustand der Pflanze kann auch eine teilweise Verjüngung, also das entfernen einzelner stark verholzter Triebe in Erwägung gezogen werden - auch in mehreren aufeinander folgenden Jahren. 

Auf jeden Fall sollten Sie bei einer solchen Maßnahme auch eine ausreichende Nährstoffversorgung für den Neuafubau sicherstellen. 

Sommerschnitt von Rosen

Wenn Sie alles richtig gemacht haben erfreuen Ihre Rosen Sie im Juni mit einer reichen, farbenfrohen Blüte. 

Vermutlich viel zu viele Rosenfreunde lehnen sich nun zurück, beobachten über das restliche Rosenjahr noch die wesentlich schwächer ausfallende Nachblüte und lassen die Arbeiten im Rosengarten bis zum Herbst ruhen. Schließlich haben sich die Arbeiten im Früjhahr durch die üppig ausgefallene Hauptblüte ja bezahlt gemacht.

Vor allem bei vielen öfterblühenden Sorten bleibt so allerdings viel Potential das die Pflanzen eigentlich hätten ungenutzt. 

Wenn Sie schon dabei sind:
Nach der ersten Blütephase ist auch der Zeitpunkt für die einmalige Sommerdüngung.
Ende Juli können Sie Patentkali ausbringen, das das Ausreifen der Triebe und damit die Winterhärte fördert.

Sommerschnitt bei öfterblühenden Rosen

Das Ausbilden neuer Blüten fördern Sie dadurch dass Sie die alten Blüten auf ein bis zwei Blattachseln unterhalb dieser ausschneiden. 

Dadurch dass sie diese entfernen erfolgt die Nachblüte wesentlich schneller und fällt wesentlich üppiger aus.
Weil die Rose keine Hagebutten ausbilden musss bleibt mehr Kraft für neue Blüten. 

Natürlich gilt das auch für weiteren über den Sommer ausgebildeten Blüten.

Ein etwas radikalerer Sommerschnitt, teilweise bis auf die Hälfte der Pflanze kann bei manchen Rosensorten ebenfalls zu einer stärkeren Nachblüte führen. Wir raten allerdings vor allem bei gut etablierten größeren Strauchrosen davon ab. Für Beetrosen, Teehybriden und Kleinstrauchrosen oder neu gepflanzten Rosen mag dies förderlich sein, dieses Vorgehen erhöht aber die Gefahr dass zu viel neuer Zuwachs bis zum WInter nicht vollständig ausreift und erfriert. 

Einmalblühende Rosen im Sommer schneiden

Für diese Exemplare, bei denen es sich hauptsächlich um Historische Rosen handeln dürfte is kurz nach dem Abblühen der richtige Zeitpunkt für den Rückschnitt der den neuen Austrieb fördern soll und die Pflanze in Form hält.

Das Vorgehen entspricht dabei im wesentlichem dem für die Öfterblühenden im Früjhahr beschriebenem. 

Durch den späteren Zeitpunkt erlauben Sie die Blüte an am vorjährigem Zuwachs und die dem Schnitt neu hinzukommende Substanz bildet die Grundlage für eine reiche Blüte im Folgejahr. Alte Blüten sollten Sie nur bei Sorten enftfernen, die keine Hagebutten tragen oder wenn diese nicht erwünscht sind.

Dicke neue Triebe an Rosen entfernen oder nicht ?

VIele kennen es, nahe der Basis erscheinen daumendicke, meist rötliche Starke Triebe die in rasender Geschwindigkeit wachsen und oft auch über die eigentliche Höhe des Strauchs ragen.

Besonders wenn diese vor oder während der ersten Blüteperiode erscheinen folgt der anfänglichen Freude über den gesund und stark wachsenden Rosenstrauch oft die Frage ob man diese Triebe nicht doch entfernt - auch weil das Gesamtbild der sogfältig in Form geschnittenen Rose doch darunter leiden kann. 

Die Antwort ist eigentlich ganz einfach, hängt aber vom Zeitpunkt ab: 
Vor oder während der ersten Blüte können und sollten sie diese vereinzelt auftretenden vegetativen Triebe bis auf ein gutes Stück unterhalb des reslichen Strauchs herausschneiden.

Die Kraft die die Rose in diese steckt ist während des Sommers an anderer Stelle, zum Beispiel bei der Ausbildung neuer Blüten, besser aufgehoben.

Ab Juli (bzw. kurz nach der Hauptblüte) handelt es sich ziemlich sicher um den normalen Zuwachs der für das kommende Jahr wichtig ist. Dieser sollte tunlichst unangetastet bleiben, und im Rahmen des regulären Formschnitts an das restliche Erscheinungsbilds des Strauchs angepasst werden. Man erkennt das auch daran dass es meist keine einzelnen Triebe sind sondern mehrere.

Wohin mit dem Schnittgut ?

Den beim Rosenschnitt anfallend Abschnitt sollten Sie immer im Hausmüll oder auf einer lokalen Deponie für Grungut entsorgen. Im Kompost, den Sie wieder in Ihrem Garten ausbringen hat dieser nichts verloren.

Auf den am Schnittgut enthaltenen Blättern können - vor allem im Herbst und Frühjahr noch Pilzsporen sitzen die sich auch im Kompost vermehren. Diese wollen Sie mit Sicherheit nicht in Ihrem Garten haben oder gar heranzüchten und wieder ausbringen. Daher ist eine Entsorgung außerhalb eine wichtige Maßnahme die sie auf jeden Fall ergreiffen sollten.