'Hausrezepte' zur Krankheits- und Schädlingsbekämpfung [Beitrag #721]
Di, 03 Mai 2005 17:22
Alex Beiträge: 1324 Registriert: Dezember 2003 Ort: Memmingen
Forums-Inventar
Hallo,
jetzt im Frühjahr geht es so langsam los, die ersten Schädlinge und Krankheitsbilder zeigen sich.
Alternativ zu den zahlreichen am Markt vorhandenen Mitteln gibt es einige 'Hausrezepte' die diesen in nichts nachstehen.
Ich möchte Euch mit dem Thread dazu 'einladen' hier die bisher ausprobierten Rezepte/Mittel zusammenzutragen und über positive wie auch negativen Erfahrungen zu berichten.
Auch Erfahrungen zur Schädlingsbekämpfung durch Nützlinge (wie z.b. Marienkäfer(larven) gegen Blattläuse) sind sicherlich am richtigen Platz.
Es wäre schön wenn so eine kleine Sammlung an Rezepten zusammenkommen würde und vielleicht die ein oder andere Mixtur anstelle der 'chemischen Keule' dadurch wieder angewandt wird.
Wenn es zur besseren Übersicht/Auffindbarkeit notwendig ist wird der Thread von uns aufgeteilt.
Alex
[Aktualisiert am: Fr, 12 September 2008 15:22]wenn der vorhang fällt sieh hinter die kulissen
die bösen sind oft gut und die guten sind gerissen
geblendet von szenario erkennt man nicht
die wahren dramen spielen nicht im rampenlicht
(Freundeskreis)
Re: FRÜHJAHRSTHEMA: 'Hausrezepte' zur Krankheits- und Schädlingsbekämpfung [Beitrag #724 ist eine Antwort auf #721 ]
Mi, 04 Mai 2005 23:46
Ein Rosenfreund
Hallo,
ich habe letztes Jahr mit Erfolg dieses Hobbythek-Rezept gegen Blattläuse ausprobiert. Es hilft gegen Pflanzenschädlinge aller Art und soll durch den Anteil an Lecithin u. Teebaumöl sogar eine Wirkung gegen Mehltau haben. Außerdem stärkt es die Pflanze und beugt neuem Schädlingsbefall vor.
Die Wirkung ist natürlich nicht zu vergleichen mit der chem. Keule, man muss schon etwas Geduld haben.
Die Zutaten gibt es in Apotheken mit Spinnrad-Sortiment:
12 g Niemsamen (gemahlen)
5 g Fluidlecithin CM
5 Tr. Teebaumöl
5 Tr. Lavendelöl
1 Msp. Vitamin-E-Extrakt
250 ml lauwarmes Leitungswasser
Alles bis auf H2O gründlich vermengen, dann in kleinen Teilen das Wasser unterrühren. 3 Std. stehen lassen, öfter umrühren. Zuerst durch ein Sieb, dann durch einen Feinstrumpf gießen, bis keine festen Teile mehr in der Milch sind. Das fertige Mittel mit einer Sprühflasche auf die Pflanze aufbringen. Alle 7-10 Tage wiederholen. Das Mittel ist völlig ungiftig und hält im Kühlschrank bis 10 Tage.
Wenn ich mich recht erinnere, gab es in der Apotheke ein flüssiges Extrakt aus Niemsamen zu kaufen. Damit entfällt das Gerühre und man muß nur noch Teebaumöl + Lavendelöl dazutun, das Ganze mit Wasser verdünnen und kann sofort loslegen. Ich weiß aber nicht, ob es das noch gibt.
Re: FRÜHJAHRSTHEMA: 'Hausrezepte' zur Krankheits- und Schädlingsbekämpfung [Beitrag #725 ist eine Antwort auf #721 ]
Do, 05 Mai 2005 11:57
Ein Rosenfreund
ach das ist ja auch ein schöner thread;
düngen tue ich nicht mit blaukorn und co., sondern mit abgestandener pferde und/oder rinderdung.
das zersetzt sich langsam über den ganzen winter und die nährstoffe werden dann genauso langsam an dem boden abgegeben.
meiner erfahrung nach, hat das den vorteil, dass die blätter der rosen nicht so dünn und wässrig sind - wie es oft bei schnell-düngemittel der fall ist - die blätter sind viel kräftiger und gesünder und bedeutend weniger anfällig für läuse und mehltau.
wer dennoch mehltau an seinen rosen hat, kann es mal mit nem verdünnten extract aus milch:wasser (1:10) versuchen.
bei befall einfach über die blätter spritzen. (nach regen wiederholen).
brennesseljauche stärkt die abwehrkräfte der rosen; ich giesse die rosen alle zwei wochen damit (mit wasser verdünnt; 1:10); die rosen nehmen es einem in dank ab; sie sehen gesund aus; ihre blätter glänzen und sind gleichzeitig viel weniger anfällig für sternruß&co.
da ich einiges an Schachtelhalm im Garten habe, mache ich Schachtelhalmtee, der hilft gegen Sternrußtau: Schachtelhalm mit Wasser bedecken und über Nacht ziehen lassen, danach 30 min kochen. Wichtig ist natürlich, dass man rechtzeitig mit spritzen anfängt, d.h. gleich bei Blattaustrieb. Der Befall hatte sich letztes Jahr bei konsequenter Anwendung deutlich verringert.
Ich nehme gegen Blattläuse Schmierseifen-Spiritus-Lösung
300ml Schmierseife
150ml Spiritus
5l Wasser
Das ganze auf die Läuse sprühen und Ruhe ist.
Aber Achtung! Unbedingt unparfümierte Schmierseife nehmen (gibts flüssig in der Drogerie). Ich habe dieses Jahr versehentlich Spüli erwischt und damit wahrscheinlich eine von drei Rosen getötet.
Spüli ist zu scharf und verbrennt u.U. die Blätter. Bei meinen Rosen sind sie zusammengeschrumpelt und abgefallen.
Zwei der drei haben jedoch neu ausgetrieben.
Re: FRÜHJAHRSTHEMA: 'Hausrezepte' zur Krankheits- und Schädlingsbekämpfung [Beitrag #824 ist eine Antwort auf #743 ]
Di, 31 Mai 2005 14:31
Ein Rosenfreund
Hi!
da ist ja noch jemand, der Erfahrung mit Schmierseife hat, ich habe dieses Hausrezept von einer guten alten Freundin, die damit schon seit jahrzehnten ihren paradiesisch schönen Garten Schädlingsfrei hält, allerdings nimmt sie keinen Spiritus dazu.
Bisher haben immer nur alle über unsere Seiferei gelacht, aber es funktioniert!
Danke für die Ermutigung, weiter dabei zu bleiben. Habe eben Blattläuse an meiner Rose entdeckt und werde ihnen gleich zu Leibe rücken!
Letzte Woche hab ich auch die von forum.planten favorisierte Milch-Spritzung gegen Mehltau probiert.
Klappt wuuunderbar wenn man sich nicht dran stört, daß die Blätter ein paar Tage lang durch die Milch weiß sind
Irgendwann regnet das ab und der Mehltau verflüchtigt sich.
Mischung 1:10 mit Wasser, ich habe 3,5er-H-Milch genommen.
Bei sehr glattblättrigen Rosen wird ein kleines Spritzerlein Spüli empfohlen Das hab ich allerdings noch nicht ausprobiert...
Re: FRÜHJAHRSTHEMA: 'Hausrezepte' zur Krankheits- und Schädlingsbekämpfung [Beitrag #850 ist eine Antwort auf #827 ]
Sa, 04 Juni 2005 20:53
Ein Rosenfreund
schwarzer Tee gegen Blattläuse
Im letzten Sommer waren meine Rosen sehr stark mit Blattläusen befallen. Ich habe sie mit abgekühltem schwarzten Tee gespritzt - und weg waren die Blattläuse !!
Vor allem ist das ja nicht giftig für Mensch und Haustier.
Re: FRÜHJAHRSTHEMA: 'Hausrezepte' zur Krankheits- und Schädlingsbekämpfung [Beitrag #888 ist eine Antwort auf #721 ]
Mi, 08 Juni 2005 16:54
Ein Rosenfreund
Die Mittel gegen Pilzkrankheiten wirken vorallem wegen des Anteils an Silikat (Silizium-Di-Oxyd) Das ist besonders im Schachtelhalm enthalten, aber vermutlich auch in Brennesseln.
Besonders wirksam bei der Pflanzung ist der sogenannte "Wurzelturbo" das ist nichts anderes als eben wieder Silikat, ein weißes Pulver. Man kann auch ab und an Wurzelturbo in die Erde einarbeiten. Es gelangt irgendwann in die Wurzeln und stabilisiert die Pflanze gegen Pilzkrankheiten.
Silikat ist übrigens auch in vielen Rosenerdesorten enthalten.
Re: FRÜHJAHRSTHEMA: 'Hausrezepte' zur Krankheits- und Schädlingsbekämpfung [Beitrag #894 ist eine Antwort auf #721 ]
Do, 09 Juni 2005 12:44
Ein Rosenfreund
Nochmal hallo!
Da fällt mir mal wieder der Knobi ein. Ein geschlossener Kreis Knoblauchzehen rund um die Rosenwurzel gesteckt schützt sie vor Pilzerkrankungen die aus dem Boden kommen. Hat bei mir super funktioniert!
Im zweiten Jahr kann man außerdem frischen Knobi aus dem Garten ernten
Re: FRÜHJAHRSTHEMA: 'Hausrezepte' zur Krankheits- und Schädlingsbekämpfung [Beitrag #965 ist eine Antwort auf #850 ]
Sa, 18 Juni 2005 13:29
Ein Rosenfreund
Schwarzer Tee gegen Blattläuse!?
Ich habe viele Chili-Pflanzen auf dem Balkon (ca 80 Stück). Davon sind ca 10 Pflanzen (sie stehen dicht neben einander) von Blattläusen befallen.
Da ich eben den Thread gelesen habe, habe ich mir direkt eine Schwarz-Tee-Lösung in die Sprühflasche gefüllt und alle befallenen und auch teilweise die nicht-befallenen Pflanzen damit eingesprüht.
Gut, die Blattläuse kommen definitiv nicht aus England, sonst hätten die sich über das Tee-Errangement zu so früher Stunde beschwert (LOL), aber so richtig loslassen wollten die auch nicht von ihrer Nährquelle.
In welcher Konzentration brauchen die ihren Tee? Ich habe auf ca 2 Liter Wasser 5 Beutel schwarzen Tee aufgegossen. Reicht das?
Wie oft sollte man diese Behandlung wiederholen?
Hat jemand weitere Hausrezepte für eine Maßnahme gegen Blattläuse!
Bitte nichts Giftiges, da ich kleine Kinder im Hause habe und ausserdem die Chili-Früchte auch noch verzehren möchte!
Danke im Voraus!
Wer mehr über Chilis erfahren möchte ... hier ist meine Seite (die Links dahinter sind auch sehr interessant;-)
Re: FRÜHJAHRSTHEMA: 'Hausrezepte' zur Krankheits- und Schädlingsbekämpfung [Beitrag #981 ist eine Antwort auf #725 ]
Mo, 20 Juni 2005 14:43
Ein Rosenfreund
Ein Rosenfreund schrieb am Do, 05 Mai 2005 11:57
ach das ist ja auch ein schöner thread;
düngen tue ich nicht mit blaukorn und co., sondern mit abgestandener pferde und/oder rinderdung.
das zersetzt sich langsam über den ganzen winter und die nährstoffe werden dann genauso langsam an dem boden abgegeben.
meiner erfahrung nach, hat das den vorteil, dass die blätter der rosen nicht so dünn und wässrig sind - wie es oft bei schnell-düngemittel der fall ist - die blätter sind viel kräftiger und gesünder und bedeutend weniger anfällig für läuse und mehltau.
wer dennoch mehltau an seinen rosen hat, kann es mal mit nem verdünnten extract aus milch:wasser (1:10) versuchen.
bei befall einfach über die blätter spritzen. (nach regen wiederholen).
brennesseljauche stärkt die abwehrkräfte der rosen; ich giesse die rosen alle zwei wochen damit (mit wasser verdünnt; 1:10); die rosen nehmen es einem in dank ab; sie sehen gesund aus; ihre blätter glänzen und sind gleichzeitig viel weniger anfällig für sternruß&co.
Re: FRÜHJAHRSTHEMA: 'Hausrezepte' zur Krankheits- und Schädlingsbekämpfung [Beitrag #1186 ist eine Antwort auf #721 ]
Mi, 13 Juli 2005 03:17
René Wizard of rOZes Beiträge: 1533 Registriert: Juni 2005 Ort: Münster Klimazone 7b
Forums-Inventar
statt gegen Ungeziefer Mittelchen anzurühren hat eine Freundin von mir folgendes Patentrezept entwickelt.
Zwischen die Rosen setzt man folgende Begleitpflanzen:
Lavendel : gegen Blattläuse
Tagetes : gegen Nematoden
und natürlich ein bestimmtes Wolfsmilchgewächs das man unter dem Namen "Wühlmausschreck" angeboten bekommt
ihre Rosen sind sehr sehr gesund und prächtig.
Ich habe es dieses Jahr in einem meiner Rosenbeete die das Platzmässig zuliessen ausprobiert...es wirkt...man muss allerdings schon ne ganze Menge Pflanzen verwenden.
Je m² empfehle ich 2 Tagetes , 1 lavendel und eine halbe Wühlmauspflanze
nur als ungefährer Richtwert zu sehen , man kann je nach Platz schon ein bisschen variieren.
Lavendel zwischen Rosen sieht übrigens fantastisch aus...es gibt ihn mitlerweile in dunkelblau , violett , rosa und weiss...lässt sich also prima anpassen.
Schopflavendel ist übrigens nicht winterfest.
Wühlmauspflanzen sind unauffällige Begleiter.
Bei Tagetes muss man mit den Farben aufpassen...bestimmte Kombinationen sehen nicht aus. Zum Glück gibt es eine nahezu weisse Neuzüchtung.
[Aktualisiert am: Mi, 13 Juli 2005 03:24]herzliche Grüße aus Münster
René
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Eine Maschine kann 100 gewöhnliche Menschen ersetzen...aber niemals auch nur einen Aussergewöhnlichen
Re: FRÜHJAHRSTHEMA: 'Hausrezepte' zur Krankheits- und Schädlingsbekämpfung [Beitrag #1308 ist eine Antwort auf #721 ]
Fr, 22 Juli 2005 12:07
Ein Rosenfreund
In einem alten Buch habe ich folgendes Rezept gegen Befall den Befall von Rosen (und anderen Pflanzen) mit allen Arten von Schmarotzern entdeckt und ausprobiert: "Streichhölzer"!!! Man steckt die Streichhölzer kreisförmig mit dem Kopf nach unten um die Pflanze; wichtig ist, dass es "Schwefelhölzer" sind. Die Pflanze nimmt den Schwefel über die Wurzeln auf und die Schmarotzer "verziehen sich"!
ich habe nur einen "Balkongarten", Rosen, Kräuter, Lavendel und Duftpflanzen in (einigermaßen) natürlicher Simbiose. Leider bewahrt der Lavendel meine Rosen nicht vor Läusen, obwohl direkt mit den Rosen in Containern gepflanzt. Seit ich die Streichhölzer gesteckt habe, habe ich keine Läuse mehr gesehen. Zwei meiner Rosen haben noch Befall von anderen Schmarotzern (habe den Namen vergessen), die ihre Eier in den Blättern ablegen und diese dann quasi von "innen" auffressen. Hier muss ich erst noch beobachten, ob sich da was verändert.
Hat jemand einen Tipp dagegen?
Alle genannten Tipps habe ich schon angewendet: Neemblatt-Tinktur, Brennesseljauche, Schachtelhalm, Schmierseifenlösung und mit Pferdemist sind die Pflanzen auch versorgt.
Re: FRÜHJAHRSTHEMA: 'Hausrezepte' zur Krankheits- und Schädlingsbekämpfung [Beitrag #1965 ist eine Antwort auf #721 ]
Di, 27 September 2005 15:19
René Wizard of rOZes Beiträge: 1533 Registriert: Juni 2005 Ort: Münster Klimazone 7b
Forums-Inventar
wenn es sich um Maden der Minierfliege handeln sollte (meist auf Chrysanthemen zu finden) ist ihnen selbst mit der chemie schwer beizukommen. Schädlinge die in der Pflanze leben sind nur durch vergiften der Pflanzen mit einem systemisch wirkendem (über den Pflanzensaft) Mittel bei zu kommen . Die Pflanze wird für ein paar Wochen für saugende und beissende Insekten zur Todesfalle. herzliche Grüße aus Münster
René
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